66 Prozent für Transparenz bei Parteispenden

Eine Umfrage, veröffentlicht in der heutigen Sonntagszeitung, zeigt, dass die Bevölkerung wissen will, wer mit wie viel Geld die Parteien beeinflusst.  Punkto Parteizugehörigkeit wollen einzig SVP-Wähler am geheimen Spenden festhalten.

Der Artikel der Sonntagszeitung:

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Transparenz bei Parteispenden

Rund 66 Prozent der Befragten fordern in einer Umfrage, dass Parteien ihre Spenden offenlegen

J. WIDMER

BERN Der Druck auf die Parteien, ihre Finanzierung offenzulegen, wird immer grösser. In der Bevölkerung wird die Geheimniskrämerei um Spender nicht mehr goutiert. In einer repräsentativen Umfrage von Isopublic im Auftrag der SonntagsZeitung sprechen sich 65,6 Prozent der 723 Befragten für eine Offenlegung von Parteispenden aus. Besonders hoch ist Unterstützung mit 87 Prozent bei SP-Wählern.

Das gibt der Idee einer Volksinitiative für Transparenz bei Parteispenden Auftrieb. Doch der Verein um SP-Nationalrat Andy Tschümperlin sucht Geld und Unterstützer, um die Unterschriftensammlung zu starten. «Ziel ist aber, bis Ende Jahr, die Initiative zu lancieren», sagt Tschümperlin. Man hoffe, dass die aktuelle Diskussion Leute animiere, im Trägerverein mitzumachen. Auch viele CVP-Wähler sind für eine Offenlegung der Parteispenden. 73,4 Prozent würden dies laut der Umfrage befürworten. CVP-Präsident Christophe Darbellay möchte darum die Idee einer Stiftung zur Finanzierung der Politik neu lancieren. In diese könnten Unternehmen und Privatpersonen anonym einzahlen. Das Geld würde dann nach einem transparenten Schlüssel an die Parteien verteilt. Darbellay rechnet damit, dass weitere Unternehmen dem Beispiel der Banken Credit Suisse und Raiffeisen folgen und transparente Parteienfinanzierungsmodelle anbieten.

Einzig die Wähler der finanziell potentesten Partei, der SVP, sprechen sich mehrheitlich für eine geheime Parteienfinanzierung aus. Nur 40,8 Prozent der SVP-Wähler sind gemäss Umfrage für eine offene Finanzierung.

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